Autodiebstahl Januar 2018

 

 HOHEN NEUENDORF

Ganz Deutschland steht den sechsjährigen Kind Arne zur Seite: Nach dem Diebstahl seines Spezial-Fahrzeugs vom Behinderten-Parkplatz läuft eine riesige Such-Aktion an. Freiwillige im ganzen Bundesgebiet und sogar im Ausland sind auf der Spur des VW-Transporters.

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Der kleine Arne William (6) liegt seit fünf Jahren im Wachkoma.

Foto: 

Neuenfeld

Die dreiste Straftat macht viele Menschen fassungslos: In der letzten Wocheverschwand der behindertengerecht umgebaute Multivan der Familie Neuenfeld. Sohn Arne liegt seit einem Swimmingpool-Unfall vor fünf Jahren im Wachkoma. Ohne das Spezial-Mobil kann er nicht vom Elternhaus in Hohen Neuendorf zu Terminen ins Virchow Klinikum gebracht werden.

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Vater Sven Neuenfeld und Mutter Maria kümmern sich liebevoll um Sohn Arne. Er ist im Wachkoma, seit er vor Jahren in einen Swimmingpool stürzte und fast ertrank.

Foto: 

Neuenfeld

Doch im Internet startet nun eine große Solidaritätswelle: Immer mehr Leute teilen die private Suchmeldung mit dem Fahrzeug-Foto bei Facebook – und hinterlassen in den Kommentaren ihren Wohnort samt Postleitzahl. „Geteilt in 47809 Krefeld“, „Geteilt in 97887 Wertheim“, „Geteilt in 79341 Kenzingen“. Auch Berlin, Hamburg, Bremen, Düsseldorf, Herten (NRW) und Koblenz sind dabei, dazu Orte in Schleswig-Holstein, Baden-Württemberg, Sachsen, sogar in Österreich, der Schweiz und Schweden. Insgesamt wurde die Such-Meldung über 3100 Mal geteilt.

„Die Nachricht verbreitet sich durch ganz Europa – bis nach Griechenland“, sagt Arnes Vater Sven Neuenfeld. Er sei sehr dankbar für die Solidarität und habe das Gefühl, „dass sich die Diebe warm anziehen können“. Nicht zutreffend ist leider das Web-Gerücht, dass der Van (Kennzeichen: OHV-SF979) gefunden wurde. Eine Polizeisprecherin: „Das Fahrzeug ist weiterhin in der Fahndung.“

Alle hoffen nun, dass das Spezialmobil bis zu Arnes siebtem Geburtstag am 20. Januar wieder auftaucht. Wer es sichtet, sollte rasch die Polizei rufen.

 

MOZ

Burkhard Keeve/ 05.01.2018, 16:27 Uhr
Hohen Neuendorf (OGA) Familie Neuenfeld ist schockiert. Ihr Wagen ist von Autodieben direkt vom Behindertenparkplatz vor der Haustür gestohlen worden. Das Fahrzeug wird für ihren im Wachkoma liegenden sechsjährigen Sohn Arne William dringend benötigt.

Die Tatzeit können die Arnes Eltern, Maria und Sven Neuenfeld, klar begrenzen. "Ich bin um halb eins ins Bett gegangen, da stand der Wagen noch da", sagt Sven Neuenfeld. Seine Frau sei am Freitagmorgen um vier Uhr wach geworden, weil ihr kleiner Sohn Sören Hunger hatte. Sie habe zufällig aus dem Fenster geschaut und gesehen, dass das Auto - ein eigens für den bewegungsunfähigen Arne umgebauter VW T 5 - nicht mehr da war. Sofort wurde die Polizei informiert.

"Wir sind noch ganz perplex und betroffen", sagt Sven Neuenfeld. Das Auto hatte die Familie erst vor gut einem Jahr gekauft und behindertengerecht mit einer Rollstuhlrampe ausgebaut. Die Kosten beziffert Sven Neuenfeld auf zusammen 35000Euro. Die Anschaffung sei dringend notwendig gewesen, weil Arne immer größer wurde und das alte Auto zu klein für ihn geworden war. "Wir sind viel mit ihm unterwegs, zum Arzt oder zum Krankenhaus", so Sven Neuendorf. "Mit dem T5 waren wir mobil und mussten nicht immer einen Krankentransporter anfordern. Jetzt dauert es mindestens vier Wochen, bis an Ersatz gedacht werden kann. So lange wird von der Polizei nach dem Fahrzeug gefahndet, erst dann schaltet sich die Versicherung ein. "Das ist alles so ärgerlich", sagt Sven Neuenfeld. Nicht nur das Auto und die Mobilität seien weg. Jetzt gebe es viel Rennerei mit den Behörden. Denn auch der Behindertenausweis von Arne mit Foto des Sechsjährigen, der wegen dem Behindertenparkplatz vorn auf dem Armaturenbrett lag, ist weg. "Ich bin stinkwütend. Wahrscheinlich landet alles irgendwo im Wald."

Traurig ist die Familie auch, weil Möbel, die Maria Neuenfeld tags zuvor fürs Kinderzimmer gekauft hatte, noch im Wagen waren - genauso wie etliche Angelruten und -rollen.