Zeitungsartikel MAZ Januar 2019

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Der siebenjährige Arne-William (l.) mit seiner neugeborenen Schwester Ylvie Marie.Quelle: Privat
18:24  17.01.2019

 

Hohen Neuendorf

Zwischen Schock und Ärger, aber auch großer Freude schwanken gegenwärtig die Eltern von Arne-William aus Hohen NeuendorfDer Siebenjährige liegt seit mehr als fünf Jahren nach einem Badeunfall im Wachkoma. Unermüdlich wirbeln seine Eltern Maria und Sven Neuenfeldseitdem, um ihrem Sohn neben der Pflege auch jedwede Therapieangebote zu ermöglichen, die seinen Zustand verbessern könnten. Große Hoffnung setzen die Hohen Neuendorfer dabei auf die Adeli-Therapie in einer Klinik in der Slowakei, die auch für Kinder mit schweren neurologischen Hirnverletzungen wie Arne-William möglich ist.

 

Seit Monaten geplante Reise sollte April 2019 stattfinden

Seit Monaten planen die Eltern die Reise. Stattfinden soll sie im April 2019. Doch vor wenigen Tagen flatterte eine Ablehnung des Therapieantrags seitens der Krankenkasse ins Haus. „Traurig und enttäuscht“ sind sie, sagt Maria Neuenfeld. Die Begründung für das Nein? „Es gebe keine Erfahrung darüber. Und das, obwohl es die Therapie seit Anfang der neunziger Jahre gibt. Länder wie die USARussland und die Slowakei haben sie in ihrem Gesundheitssystem aufgenommen und genehmigt.“ In Europa ist die Therapie ausschließlich in der Slowakei möglich. Spezielle Elemente lösen dabei Bewegungen aus, die verstärkt Signale ans Gehirn schicken, die dort gespeichert werden. Bei erneuten Bewegung ruft das Hirn die nötigen Signale zur Ausführung wieder ab, dadurch können Patienten neue Bewegungen lernen. Gleichzeitig soll die Intensivbehandlung der Linderung vorliegender Erkrankungen und der Verhinderung von Folgekrankheiten dienen.

 
 

Wird Gesundheitsminister Jens Spahn helfen?

Aufgeben wollen Maria und Sven Neuenfeld daher noch längst nicht. „Gegen die Entscheidung der Kasse legen wir Widerspruch ein. Außerdem wenden wir uns direkt an Gesundheitsminister Jens Spahn und bitten ihn um Unterstützung“, sagen sie über das geplante Schreiben an den Chef des Gesundheitsministeriums. „Vielleicht kann er diese Therapie zur Kassenleistung machen. Laut Medien setzt er sich ja dafür ein, Methoden in die Versorgung aufzunehmen, die bisher keine Anerkennung eines diagnostischen oder therapeutischen Nutzens bei den deutschen Krankenkassen gefunden haben.“ Eine vergleichbare intensivtherapeutische Maßnahme werde in Deutschland laut Maria Neuenfeld nicht angeboten. Hinzu kommt: „Die Behandlungskosten im Adeli Medical Center liegen unterhalb vergleichbarer Kosten in Deutschland, trotz therapeutischer Mehrleistung“.

„Nervig und traurig, dass man die wertvolle Zeit für so etwas opfern muss“

Entsprechend groß ist die Enttäuschung über die Ablehnung durch die Krankenkasse: „Arne hat laut der Erkrankung keine hohe Lebenserwartung. Niemand kann uns sagen, wie viel Zeit wir noch miteinander haben werden. Es ist so nervig und traurig, dass man die wertvolle Zeit für so etwas opfern muss“, fasst Maria Neuenfeld die aktuelle Gemütslage zusammen. Immer wieder hat die Familie mit Unwägbarkeiten zu kämpfen. So wurde ihr vor einem Jahr vor der Haustür das speziell für Arne-William umgebaute Familienfahrzeug gestohlen. Die Adeli-Therapie wollen die Neuenfelds mit ihrem Sohn trotzdem durchführen. Zumal die Klinikärzte in der SlowakeiArne-Williams Teilnahme bereits zugestimmt haben. Zahlen müsste die Familie nach aktuellem Stand alles selbst. Mit rund 8000 Euro Kosten rechnen Maria und Sven Neuenfeld, die sie zum Teil aus Spendengeldern bestreiten müssten.

 

Grenzenlose Freude über Familienneuzugang Ylvie Marie

Neben allem Kummer gibt es für die Familie seit einigen Wochen dennoch auch große Freude. Im Dezember kam Töchterchen Ylvie Marie zur Welt. „Gesund und munter“, erzählt Nun-Dreifachmama Maria Neuenfeld, die zudem ganz besonders stolz ist: „Jetzt bin ich nicht mehr allein im Männerhaushalt“, schmunzelt sie.

Von Nadine Bieneck